„Der Terrorismus wird nicht siegen“

„Wir lassen uns nicht davon abbringen, unsere demokratischen Werte einer weltoffenen und Mahnwache_Marktplatz_ittoleranten Gesellschaft  zu leben. Wir werden sie noch entschlossener verteidigen.“ Sätze wie dieser fielen am Mittwochabend auf dem Weinheimer Marktplatz, wo das Bündnis „Weinheim bleibt bunt“ zu einer Mahnwache gegen Terror und Krieg auf der Welt aufgerufen hatte.

Die Veranstaltung war ursprünglich als Mahnwache für die Opfer von Aleppo vorgesehen, hatte aber durch den Anschlag von Berlin eine neue Bedeutung gewonnen. Etwa Hundert Menschen waren dem Aufruf gefolgt und mit Kerzen zum Marktplatz bekommen. „Der Terrorismus wird nicht siegen. Die Angst wird uns nicht beherrschen, die Zuversicht, dass  Demokratie und Menschenrechte letztlich siegen werden, trägt uns“, so drückte es der Weinheimer Landtagsabgeordnete, Kreis- und Stadtrat Hans-Ulrich Sckerl aus, der auch Mitglied des Sprecherkreises im „Bunten Weinheim“ ist.

Er appellierte: „Wir wollen aufeinander achten und noch fester zusammenstehen. Wir sind solidarisch mit den Berlinerinnen und Berlinern wir sind solidarisch mit den Menschen in Aleppo und in Syrien mit allen Menschen die derzeit unter Krieg, Bürgerkrieg, Hunger und Vertreibung leiden. Davon lassen wir uns nicht abbringen.“ Sckerl übte Kritik an politischen Kräften, die schon wenige Stunden nach dem Attentat von Berlin politische Konsequenzen gefordert hatten. „Die üblichen Patentrezepte die gegeben werden, bevor Verbrechen überhaupt aufgeklärt wurden, halten wir für höchst fahrlässig und verantwortungslos“, erklärte er. Und: „Wir spielen nicht mit den Gefühlen unserer Bürger und Mitmenschen.“  Man hoffe nun auf möglichst schnelle Polizeierfolge im Kampf gegen den Terrorismus. Das Ziel, so Sckerl, sei „größtmögliche Sicherheit, aber auch größtmögliche Freiheit“.

Außer Hans-Ulrich Sckerl sprach ein 25-jähriger Mann aus Syrien, der als Flüchtling in Weinheim lebt, zu den Weinheimer Bürgern. Er drückte sein tiefes Mitgefühl für die Opfer des Anschlags aus und versicherte, dass terroristische Gruppen den Islam lediglich für ihre Gräueltaten missbrauchten. Der Syrer dankte den Weinheimerinnen und Weinheimern für ihre Gastfreundschaft und auch für die Betroffenheit, die mit der Mahnwache gegenüber dem Krieg in seinem Heimatland ausgedrückt werde. Albrecht Lohrbächer, Sprecher im Arbeitskreis Asyl, Pfarrer und Mitglied im Initiativkreis von „Weinheim bleibt bunt“, schloss die Mahnwache mit einem Gebet des Rabiners Leo Baeck ab, der das Konzentrationslager Theresienstadt überlebte. Darin heißt es unter anderem: „Friede sei den Menschen, die bösen Willens sind, und ein Ende sei gesetzt aller Rache und allem Reden von Strafen und Züchtigung.“

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