Das „Bunte Weinheim“ hat seinen Preis

„Aktiv für Demokratie und Toleranz“ – so lautet der Titel des Preises, mit dem sich das Bündnis „Weinheim bleibt bunt“ seit Montag auch ganz offiziell schmücken darf. Vertreter des Bündnisses, das im November 2015 mit einem großen „Bunten Festival“ an der Stadthalle bundesweit für Aufsehen gesorgt hat, nahmen die Auszeichnung im Spiegelsaal des „Prinz Carl“ am Heidelberger Kornmarkt entgegen.

Die Preisverleihung nahm Christian Lange vor, der aus Berlin nach Heidelberg gereist war; er ist Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz. Der Preis wird vom Bündnis für Demokratie und Toleranz ausgelobt, das seinen Sitz ebenfalls in Berlin hat. „Der Preis ist für uns Bestätigung, aber auch ein Ansporn, weiter an einer offenen und toleranten Stadtgesellschaft zu arbeiten“, erklärte Dirk Ahlheim, der dem Sprecherkreis des Bündnisses angehört. Er nahm den Preis gemeinsam mit Monika Springer entgegen; auch sie gehört dem fünfköpfigen Sprecherkreis an.

Das Bündnis „Weinheim bleibt bunt“ hatte sich im Dezember 2014 gegründet, nachdem feststand, dass die NPD im November 2015 ihren Bundesparteitag in der Stadthalle abhalten werde. Seit diesem Zeitpunkt mobilisierte das Bündnis zahlreiche Bürgerinnen und Bürger Weinheims und Umgebung bei Veranstaltungen wie regelmäßigen „Bunten Montagsspaziergängen“ und Gedenkstunden aus aktuellen politischen Anlässen. Im November 2015 wurde mit breiter Unterstützung aus der örtlichen Wirtschaft ein zwölfstündiges buntes Kulturfestival gegenüber der Stadthalle aus dem Boden gestampft – das „bunte Weinheim“ bot dem ungeliebten politischen Besuch eindrucksvoll Paroli. Eineinhalb Jahre nach der bislang größten Herausforderung ist das Bündnis „Weinheim bleibt bunt“ weiterhin sehr präsent. Es ist breiter aufgestellt denn je: Zu den Bündnismitgliedern zählen fast alle im Gemeinderat vertretenen Fraktionen, die Stadtverwaltung selbst, der Jugendgemeinderat, der Stadtjugendring, sowie Kulturschaffende, Vereine, Stiftungen und Migranten-Organisationen. Neben Monika Springer und Dirk Ahlheim gehören Stella Kirgiane-Efremidou, MdL Uli Sckerl und Stefano Bauer dem Sprecherkreis an. Pressesprecher Roland Kern ist das „Bindeglied“ zur Stadtverwaltung.

„Unser Beitrag für Demokratie und Toleranz wird weiter gebraucht, und wir bleiben wachsam“, betonte Uli Sckerl. Stella Kirgiane-Efremidou erklärte, dass der Preis stellvertretend vom Sprecherkreis entgegengenommen wurde, aber „den vielen Menschen gehört, die sich in Weinheim für eine bunte Stadtgesellschaft einsetzen“. Stefano Bauer verwies auf die Rolle der Jugendlichen im Bündnis und auf den nächsten „Bunten Schülerspaziergang“ am 17. Juli in Weinheim. Zu den Preisträgern am Montag in Heidelberg zählten neben dem Weinheimer Bündnis unter anderem Organisationen und Vereine wie das Künstlernetzwerk New LIMES aus Mannheim, das Dekanat Saarbrücken mit dem Projekt „Ohne Stimme“ und „Odenwald gegen Rechts“ aus Michelstadt.

Die nächste Veranstaltung des Bündnisses „Weinheim bleibt bunt“ ist bereits am Freitag, 7. Juli, und am Sonntag, 9. Juli mit einem Theaterstück des Ensemble „CommunityARTCenter“ aus Mannheim.

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