„Buntes Weinheim“ bleibt am Ball

Bürgerbündnis für Toleranz und Demokratie bereitet weitere Aktionen vor – Prävention-Theaterstück für Schulen – Pilgerhaus aufgenommen

Weinheim. Im Juni 2017 hat das Bündnis „Weinheim bleibt bunt“ in Heidelberg eine Auszeichnung erhalten: „Aktiv für Demokratie und Toleranz“, verliehen von der Bundeszentrale für politische Bildung. Darauf ruhen sich der Sprecherkreis und der Initiativkreis des Bündnisses aber nicht aus – sondern das „Bunte Weinheim“ plant weitere Aktionen. Das ist das Fazit des Jahrestreffens, das jetzt im Weinheimer Rathaus stattgefunden hat.

Zunächst sprach der Initiativkreis, der sich aus den Mitglieds-Organisationen des Bündnisses zusammensetzt, dem fünfköpfigen Sprecherkreis uneingeschränkt sein Vertrauen aus: Dirk Ahlheim, Stefano Bauer, Stella Kirgiane-Efremidis, Uli Sckerl und Monika Springer werden weiter Ideen und Konzepte für das Bündnis entwickeln; das „Bindeglied“ zur Stadtverwaltung bleibt Pressesprecher Roland Kern. Bei der Preisverleihung waren die Sprecherkreis-Mitglieder auf ein Theaterstück aufmerksam geworden, mit dem der Verein „Sicheres Heidelberg“ ebenfalls zu den Preisträgern gehört hatte. In diesen Stück wird die Gefährdung junger Menschen durch radikale Kreise thematisiert, es trägt den Titel „Jungfrau ohne Paradies“. Das Bündnis will das Theater-Ensemble engagieren und die Auftritte kostenfrei an weiterführenden Weinheimer Schulen anbieten. Im gleichen Zuge bieten Präventiveinheiten der Polizei dazu Gesprächsrunden und Informationsmaterial an. Das Bündnis ist hierzu bereits mit den Schulleitungen in Kontakt getreten.

Überhaupt soll der Schwerpunkt der Tätigkeiten weiter auf der Demokratiebildung liegen sowie auf der Sensibilisierung der Stadtgesellschaft im Hinblick auf radikale Gefährdungen. Im Jahresprogramm sind wieder ein Buntes Treffen mit den Schülerinnen und Schülern kurz vor den Sommerferien vorgesehen, im Herbst eine Autorenlesung mit dem Schriftsteller Wolfgang Schorlau, der den NSU-Prozess in einem Roman aufgearbeitet hat. Im Herbst ist noch einmal eine Veranstaltung geplant, in der sich das Weinheimer Bündnis mit seinem Pendant „Fulda gegen Rechts“ vernetzen will. Desweiteren wurde besprochen, dass sich „Weinheim bleibt bunt“ aktiv in die Bewegung „Pulse of europa“ einbringt, die in Weinheim im Laufe des Jahres vermehrt in Erscheinung treten will.

Grundsätzlich ist der Initiativkreis auch offen für weitere Mitstreiter für eine tolerante Stadtgesellschaft. Direkt aufgenommen wurde jetzt das Pilgerhaus, denn das Bild einer offenen Gesellschaft betreffe natürlich auch sehr stark die Themen Integration und Inklusion. Mit weiteren Organisationen sei man im Gespräch. Beim Jahresrückblick erinnerte Roland Kern an verschiedene Aktionen und Projekte im vergangenen Jahr, unter anderem an das Theaterstück „Rechts, Ex und Pop“ im Großen Sitzungssaal, den bunten Schülerspaziergang im Sommer und eine Infoveranstaltung mit dem Mannheimer Politikwissenschaftler Dr. Christian Stecker zur Bundestageswahl. Lange in Erinnerung bleiben werde die in Regenbogenfarben bunt angeleuchtete Burg Windeck als Reaktion auf eine AfD-Veranstaltung am Marktplatz im September. „Das ist sehr gut angekommen“, berichtete er. Das Motiv der bunten Burg habe sich in der Region verbreitet und werde seither vielfach nachgefragt. Der in Weinheim ansässige weltweit tätige Verlag Wiley VCH habe das Bild sogar als Weihnachtskarte vom Standort Weinheim als Botschaft durch die Welt geschickt.

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